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Monday, 8. december 2008 1 08 /12 /Dez. /2008 20:14
Leider waren die letzten Tage sehr stressig und ich musste wieder mal feststellen, dass es mir, so sehr ich mich auch bemühe, nie gelingt, Schlaf nach zu holen. So war ich am Freitag von der zu kurzen Nacht zuvor müde und nochmals doppelt so muede bei dem Gedanken daran, dass ich am nächsten Tag, also Samstag, wieder früh aufstehen musste. Samstag dann also war ich wie gerädert, übermüdet, verplant und lief mal wieder den halben Tag mit Augen, mehr Schlitze als die einer Chinesin, herum. Aber da einen schönen Menschen ja schließlich nichts enstellt, verfiel ich nicht im Selbstmitleid sondern schlich mutig durch den Tag.

Gegen halb acht  (abends) gönnte ich mir ein Glas Champagner, um meinen Kreislauf wieder auf Touren zu bringen, was so gut klappte, dass es bei einem nicht blieb. Leider holte mich die Müdigkeit, die ich mir weggesüffelt hatte wieder ein und versuchte mir Tags darauf auch noch meinen Sonntag zu verderben...
Ich halte allerdings nichts von Spielverderbern wie es die Müdigkeit ist und hielt ohne Nickerchen trotzig den Tag durch. Abends im Bett hörte ich noch nicht mal das erste Kapitel meiner Einschläferungs-drei-Fragezeichen-Hörspiel-Folge und war endlich da, wo ich hingehörte - in meinen Träumen.

Meine Hoffnungen, heute morgen frisch und fröhlich aus dem Bett springen zu können, wurden leider zerstört, was nicht allzu schlimm war, nachdem ich tatsächlich mal richtig wach wurde. Nur leider schlich sich ein böses Teufelchen ein, das mir düster zuflüsterte, dass an Ausschlafen die kommende Woche wieder nicht zu denken sei. Das wars dann erst mal!!!Ja, ich gestehe, das traf mich so sehr, dass ich auf dem Weg zur Arbeit nur noch melanchonische Lieder hörte und mich selbst bemitleidete.

Ich bin mir sicher, dass ich Schlaf nachholen könnte, aber da man mir nie Gelegenheit dazu gibt, es auszuprobieren, kann ich es also doch nicht. Ich finde, zumindest versuchen sollte man es können. Nur eine Test-Version würde ich mir wünschen - speichere diesen innigen Wunsch sofort in meiner imaginären Weihnachts-Wunsch-Liste und denke, dass es schön wäre, wenn es das Christkind oder den Weihnachtsmann doch gäbe... Oder ich zumindest noch denken würde, dass sie existieren. Weil Der Glaube ja bekanntlich Berge versetzt. Moment mal, das hieße ja, dass ich mir nur strak genug einbilden müsste, dass ich jede Menge Schlaf habe. Himmlischen Schlaf und wunderschöne Träume - wobei: "traumhafte Träume" hört sich fast noch besser an ;)

Ja, das ist die Idee. Vor lauter "ich-versuch-mal-positiv-zu-denken" hab ich doch tatsächlich verpasst, das wirklich in die Tat umzusetzten, wie konnte ich nur. Heut bin ich mal wieder richtig blond... Aber Selbstvorwürfe bringen mich nun wirklich nicht weiter.

Morgen früh werde ich also mit dem richtigen Bein aufstehen, ohne den Wecker vorher um unzählige "Schlummer-Phasen" zu bitten. Und es wird mir fantastisch gehen, meine Augen werden groß und rund und klar sein, so wie sie gefälligst auch zu sein haben und ich werde mir vorkommen wie die Prinzessin auf der Erbse - nur ohne Erbse.

Da fällt mir was ein... zur Zeit gehe ich ja immer mit Mütze schlafen... Vielleicht sollte ich heute mal meine suuuuper-dufte, knall pinke mit weissen und baby-blauen Flecken aufsetzen, die mit den angenähten Ohren. Die, die ich normalerweise nur bei Sturmwarnung bzw gefühltem Sturm aufsetzte. Mit der wird es sich sicher gleich viel besser schlafen lassen als mit der weissen oder schwarzen...

Der ein oder andere mag sich jetzt vielleicht fragen, wieso ich überhaupt mit Mütze ins Bett gehe. Und all diejenigen frage ich, wieso sie den ohne schlafen gehen?!

Jetzt wo es draußen so kalt ist, gibt es nichts schöneres, als sich in viel zu große Wohl-fühl-Klamotten zu kuscheln und sich eine muklige Mütze aufzusetzen. Mich beruhigt das. Da schläft es sich auch gleich besser. Umsonst entstand ja wohl auch das Wort "Schlafmütze" nicht - oder etwa doch???!!!Am Morgen danach ist dann auch gleich für ein lustiges "wo-verdammt-nochmal-ist-eigentlich-meine-Mütze-Spiel"gesorgt. Was will man mehr? Für alle, die mir nicht glauben wollen, kann ich das nur dringenst empfehlen ;) Wobei mir trotzdem einfällt, was ich noch mehr möchte: SCHLAF!!!!
Aber da ich ja diesmal richtig positiv denken will, werd ich auch den bald wieder  haben :)

Und damit wir auch heute wieder was gelernt haben, hab ich schnell mal nach-recherchiert, woher das Wort Schlafmütze denn nun wirklich kommt - und ja - trotz Schlafmangel bin ich doch nicht so blond heute, wie ich aussehe und mich fühle, so Unrecht hab ich gar nicht: die Schlafmütze oder auch Schlafhaube genannt trug man früher aus hygienischen Gründen, um sich vor Läusen und der gleichen zu schützen.
Also nicht dass ich Angst vor Läusen habe, ich wollte einfach mal nur zu den Wurzeln zurückkehren ;)


                                                                  
von melodie
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Wednesday, 3. december 2008 3 03 /12 /Dez. /2008 22:54

Sehr geehrtes Christkind, liebes Jesukindlein
mein Name ist Bjoern Wurzbauer und ich werde sieben Jahre alt. Ich bin nicht ganz sicher, ob es Dich wirklich gibt. Falls ja, schreibe ich Dir jetzt diesen Wunschzettel. Falls nein, ist es sowieso wurscht und Du brauchst ihn gar nicht lesen. Jetzt ist zwar erst der 2. September, aber ich habe mir gedacht, ich schreibe schon jetzt, dann kannst Du die Sachen in Ruhe einkaufen und brauchst nicht soviel hudeln wie meine Mutter, wenn Besuch kommt. Außerdem kriegst Du jetzt alles noch viel billiger, weil es im Angebot ist. Aber ich glaube, dass Du die Sachen eh nicht bezahlen mußt, weil Du ja das Christkind bist. Oder stiehlst Du sie vielleicht in einem ganz großen Geschaeft, wo es nicht auf faellt, wenn etwas fehlt? Wahrscheinlich nicht, weil sonst wuerde Dich Dein Vater, der wo der Chef im Himmel ist, nicht mehr hineinlassen. Im Prinzip ist es mir wurscht, wo Du die Sachen hernimmst. Hauptsache ich kriege sie. Oma hat gesagt, die meisten Geschenke kriegt der, der wo das ganze Jahr schoen der Mama folgt und immer das tut, was die Mama will. Ich habe gesagt, das ist der Papa. Da hat die Oma gelacht und gesagt, das gilt natuerlich nur fuer Kinder und nicht fuer große Leute. Da war ich sehr froh. Ich mag zwar meinen Papa gern, aber daß er die meisten Geschenke kriegt, vergoenne ich ihm nicht. Außerdem raucht er, wenn die Mama nicht daheim ist und als Belohnung weil ich ihn nicht verrate, darf ich mir im Fernseh einen greislichen Monsterfilm anschaun. Von den Kindern bin ich bestimmt der bravere, weil meine Schwester, die wo erst fuenf Jahre alt ist, ist ein wahrer Deifl. Sie hat mir zum Beispiel im Sommer einen ganzen Schiebel Haare ausgerissen wegen nichts und wieder nichts. Nur weil ich ihrem bloeden Goldhamster ein Bier gegeben habe, wie sie nicht da war. Dann habe ich ihn in sein Laufrad gesetzt und zugeschaut wie er laeuft und es war recht lustig. Nach einer Weile habe ich ihn darin dodal vergessen, weil mein Freund der Kevin Kreuzpaintner gekommen ist und wir haben Fußball gespielt. Als nach einer Stunde meine Schwester heimkam, hatte sich das dumme Viech schon derrennt. Sie hat geschrieen wie noch was und gesagt, daß ich ein Moerder bin, derweil war es praktisch Selbstmord. Er haette nur das rennen auf hoeren brauchen, aber er tat es nicht. Selber schuld. Und ein Schoppen Bier kann doch einem Hamster nichts ausmachen. Außerdem habe ich ihn eh nicht leiden koennen, weil er hat immer recht gemuffelt. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt ich bin und bleibe ein dodaler Grobian. Dann haben sie den Hamster im Garten neben dem Kompost beerdigt. Als Sarg haben sie eine Bigmaecschachtel hergenommen, aber ohne Bigmaec. Ich musste zur Strafe einen Zettel schreiben. Den haben sie auf einen Holzstecken aufgespießt und neben das Grab hin gesteckt. Darauf stand: Hier ruht mein Hamster Fridolin erst lebte er, jetzt ist er hin. Schuld an dem Verdruß ist mein Bruder, die dumme Nuß. Da kannst Du sehen, liebes Christkind, wie geschert meine Schwester ist. Zum Schluß hat sie noch ganz scheinheilig gesagt: "Herr, gib Fridolin die ewige Ruhe." Aber ich habe genau gemerkt, daß sie mich meint, weil sie mich so angeschaut hat. Ich beantrage hiermit, daß Du ihr heuer nichts bringst, hoechstens eine leere Schachtel, wo ein Zettel drin liegt und darauf soll stehen: "Wer seinem Bruder wegen nichts und wieder nichts einen Schiebel Haare ausreißt, kriegt vom Christkind einen Dreck!" Dann hat sie es. Ich wuensche mir da fuer heuer etwas mehr, damit es sich ausgleicht. Ich braeuchte unbedingt ein Fahrrad mit 21 Gaengen, weil ich bin in der Klasse 1b der einzige, der wo nur drei Gaenge hat. Mein altes Rad mit den drei Gaengen kannst Du da fuer mitnehmen und einem armen Negerkind in Afrika bringen. Fuer ein solches sind drei Gaenge schon ein dodaler Wahnsinn. Dann bring mir doch bitte noch einen Extra-Fernseh fuer mein Zimmer, damit ich nicht immer den Kaese anschauen muß, den meine Mutter und mein Vater sehen wollen. Die sehen die ganze Zeit nur Tok-Schous und so Zeug an. Tok-Schous sind Sendungen, wo lauter Narrische dort sitzen und ueber was reden was keinen interessiert. Außerdem brauche ich noch einen Dress vom FC Bayern Muenchen und vorsichtshalber einen von Borussia Dortmund, falls diese Hundlinge wieder Deutscher Meister werden. Sonst faellt mir momentan nichts ein. Du koenntest mir aber noch ungefaehr 1000 DM in bar bringen, falls mir spaeter noch etwas einfaellt. Dann kaufe ich es mir selber und Du hast nicht soviel Arbeit mit mir. Bitte vergiß nichts, weil sonst bin ich enttaeuscht. Und in der Zeitschrift, die wo meine Mutter immer liest, steht drin, wenn ein Kind oft enttaeuscht wird, wird es bsuechisch gestoert und spaeter eventuell richtig narrisch. Das willst Du doch bestimmt nicht, oder? Hochachtungsvoll Dein Bjoern P.S.: Hoffentlich gibt es Dich ueberhaupt, weil sonst ist dieser Brief dodal sinnlos.

(von Toni Lauerer)

von melodie
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Tuesday, 2. december 2008 2 02 /12 /Dez. /2008 21:23

Nachdem ich mir selbst vergeben hatte, dass ich doch wieder länger geschlafen hatte, als ich wollte und somit eigentlich viel zu spät und doch passend in den Tag startete, machten wir uns auf den Weg, unsere Einkäufe zu erledigen. Das Einkaufen war nicht weiter spannend, außer dass die Frau vom Fleischstand auf dem Markt mich fragte, ob ich so friere, oder weshalb ich zittern würde. Ich gab zu, etwas zu "luftig" gekleidet zu sein, denn auch wenn ich einen warmen Wintermantel und Mütze trug, war das Kleidchen darunter zugegebener maßen vielleicht doch nicht unbedingt so für die frostigen Temperaturen geeignet. Aber "wer schön sein will muss leiden" - oder wie war das nochmal?! Jedenfalls war die Omi vom Markt so lieb und meinte, dass ich auch wenn ich friere, ganz toll aussehen würde. Wenigstens etwas. Auch zu erwähnen ist, dass sie sogar ein paar Knochen für uns, bzw unseren Vierbeiner hatte. Danke liebe Marktfrau!!!
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Alles war mal wieder Menschenüberfüllt und laut - aber mir kam es gar nicht wirklich so vor. Ich glaube, ich bin endlich angekommen, im Advent. Ja, ich bin es tatsächlich und scheuchte meinen Schatz von Geschäft zu Geschäft, um ein paar dekorative Highlights, selbstverständlich zum Thema "Weihnachten" zu ergattern. Leider zeigte er sich nicht besonders großzügig was Glaskugeln, goldene Schleifchen und Bänder, Engel und Sterne betraf. Ganz im Gegensatz zu mir. Da ich mich aber davon überzeugen ließ, dass alle Adventskränze entweder kitschig oder zu teuer waren, kauften wir ganz viel Tannengrün, kein Ahnung von welcher Tannenart, was mich aber auch nicht sonderlich interessiert, solange sie schön sind, die Zweige. Und das sind sie. 
Um mir die Sache im Gegensatz zum Vorjahr etwas zu erleichtern, sponserte mein Schatz mir einen Kranz für läppische sechs Euro, um welchen ich die Zweige "nur noch" winkeln musste. Weil ich keine Zeit mehr sah, noch irgendwelche Orangen zu trocknen, gab ich unverständlicherweise auch noch Geld für sowas aus, aber was macht das jetzt schon noch, die waren schließlich ein "Schnäppchen".
Ich glaube, die "Do-it-yourself"-Idee verging dem Schatz das erste mal in dem Moment, als er aus dem Keller kam, wo ich ihn bezüglich Lichterketten-Suche hingeschickt hatte, und er mich umgeben von Zweigen, unzähligen Tannennadeln, Draht, Sternen, Schleifen und  Kerzen auf dem Wohnzimmerboden wiederfand. Wiedereinmal hatte ich es geschafft, in ein paar lausigen Minuten die Wohnung in ein Chaos zu verwandeln, getrieben von einer bestimmten Idee in meinem Kopf. Das in eine "Bastelstube" umfunktionierte Wohnzimmer kam ihm seines Blickes nach zu urteilen, gleich "viel lebendiger" vor.
Nach einer Rolle Draht und dem ein oder anderen Fluch meinerseits (fluchen ist einfach total passend in der Vorweihnachtszeit) konnte ich stolz auf "meinen" Advenskranz blicken und wenn auch etwas verspätet, das erste Kerzchen, in dezentem creme-weiss gehalten, anzünden. JUHUUUUUU!!!
Mitten in der Wohnung, die ohnehin schon Gärtnerei-ähnliche-Gestalt angenommen hatte, riss ich einen Sack Blumenerde auf und ersetzte unsern verdorrten Kräutergarten durch  kleine Bäumchen, deren Name mir unbekannt ist.  Die Erde war mir zu "unweihnachtlich", weswegen jetzt goldenes Engelshaar gemütlich darüber gebettet ist, was mein Schatz schrecklich und ich "ganz besonders schön", weil dekorativ und nicht kitschig, fand.
Anschließend musste unbedingt noch eine Lichterkette im Garten angebracht werden, damit die Einbrecher, falls sie kommen, es schön hell haben. Der nicht vorhandene Baum, an dem wir die Kette hätten anbringen sollen, störte mich nicht im geringsten, was dazu führte, dass nun der Rosenbusch voller kleiner Lichtchen ist, da die Dornen sehr guten Halt boten. Ich freue mich schon, wenn wir das Ding irgendwann wieder abmachen müssen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Dornen was das "Stechen" betrifft eine Ausnahme machen werden, nur weil sie ein paar Wochen im "Scheinwerfer-Licht" standen. Aber es ist ja noch Zeit bis dahin, Zeit genug um mir eine gute Ausrede zu überlegen, um diese Aufgabe nicht übernhemen zu müssen. Ich bin da, ehrlich gesagt, sehr zuversichtlich.
Die Idee mit den von der Decke hängenden Glaskugeln finde ich deshalb ganz besonders gut, weil ich es ganz auserordentlich lustig finde, dass mein groß-gewachsener Schatz dauernd dagegen läuft. Befürchte allerdings fast, dass diese, sobald ich das Haus verlasse, wohl Opfer eines "Anschlags" werden könnten - weil nicht erwünscht!
Eigentlich stand heute noch Kekse backen auf dem Programm, nur durch nicht vorhandenen "Basteltipp"  zog sich die Adventskranz-Macherei doch in die Länge, was sich auch gelohnt hat, was aber trotzdem bedeutet, dass ich heute, obwohl sämtliche Zutaten im Haus, nicht mehr dazu kommen werden will.

       

von melodie
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Tuesday, 2. december 2008 2 02 /12 /Dez. /2008 19:42

Der Apfent - Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Der Apfent ist die schönste Zeit vom Winter.
Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber.
Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.

Drei Wochen bevor das Christkindl kommt stellt Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.

Viele Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin. Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es auf lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von ihm ist bis in den Platzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste und der Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.
Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren zu langweilig.

Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher.

Ein König ist dem Papa im letzten Apfent beim Putzen heruntergefallen und war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.
Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich.

Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wie keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.

Rechts neben dem Stell haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weizen für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein Bummerl als Ersatzwolf hervor.

Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampen an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen herum und singen Lieder vom Apfent. Manche gefallen mir aber die meisten sind mir zu lusert.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Apfent gelernt und das gehr so:
„Apfent, Apfent, der Bärwurz(Schnaps) brennt. Erst trinkst oan, dann zwoa, drei, vier, dann hauts de mit deim Hirn an d`Tür.“ Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat die Mama gesagt, dass ich mir es nicht merken darf.

Im Apfent wird auch gebastelt. Wir haben eine große Schüssel voll Nüsse und eine kleine mit Goldstaub. Darin wälzen wir die Nüsse bis sie golden sind, das Christkindl hängt sie später an den Christbaum. Man darf nicht fest schnaufen weil der Goldstaub ist dodal leicht und fliegt herum, wenn man hinschnauft. Einmal habe ich vorher in den Goldstaub ein Niespulver hineingetan und wie mein Vater die erste Nuss darin gewälzt hat, tat er einen Nieserer, dass es ihn gerissen hat und sein Gesicht war goldern und die Nuss nicht. Mama hat ihn geschimpft, weil er keine Beherrschung hat und sie hat gesagt, er stellt sich dümmer an als ein Kind. Meinem Vater war es recht zuwider und er hat nicht mehr mitgetan. Er hat gesagt, dass mit dem Goldstaub irgendetwas nicht stimmt, und Mama hat gesagt, dass höchstens bei ihm etwas nicht stimmt. Ich habe mich sehr gefreut, weil es war insgesamt ein lustiger Apfentsabend.

Kurz vor Weihnachten müssen wir unser Wunschzettel schreiben. Meine Schwester wünscht sich meistens Puppen oder sonst ein Klump. Ich schreibe vorsichtshalber mehr Sachen auf und zum Schluss schreibe ich dem Christkindl, es soll einfach soviel kaufen bis das Geld ausgeht. Meine Mama sagt, das ist eine Unverschämtheit und irgendwann bringt mir das Christkindl gar nichts mehr, weil ich nicht bescheiden bin. Aber bis jetzt habe ich immer etwas gekriegt. Wenn ich groß bin und ein Geld verdiene, dann kaufe ich mir selber etwas und bin überhaupt nicht bescheiden. Dann kann sich das Christkindl von mir aus ärgern, weil dann ist es mir wurscht.

Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt bis Ostern nichts mehr, höchstens, wenn man vorher Geburtstag hat.

Aber eins ist gwies: der Apfent kommt wieder.


Kleine bayrische Adventsgeschichte von Toni Lauerer - alt bekannt und immer wieder schön, wie ich finde.


von melodie
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Monday, 1. december 2008 1 01 /12 /Dez. /2008 23:57

 

Die Geschichte von der traurigen Traurigkeit


Als die glutrote Sonne am Horizont dem Tag langsam entschwinden wollte,
ging eine kleine zerbrechlich wirkende Frau einen staubigen Feldweg entlang.
Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln
hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Fast am Ende dieses Weges,
saß eine zusammengekauerte Gestalt, die regungslos auf den trockenen,
ausgedörrten Sandboden hinunterstarrte.
Man konnte nicht viel erkennen,
das Wesen das dort im Staub des Weges saß, schien beinahe körperlos zu sein.
Es erinnerte an eine graue aber weiche Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Als die kleine zerbrechlich wirkende Frau an diesem Wesen vorbeikam,
bückte sie sich ein wenig und fragte:
"Wer bist du?"

Zwei fast regungslose Augen blickten müde auf.
"Ich? Ich bin die Traurigkeit." flüsterte die Stimme stockend und so leise,
dass man sie kaum zu hören vermochte.



"Ach, die Traurigkeit !" rief die kleine Frau erfreut,
als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.


"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit vorsichtig?
"Aber ja, natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast Du mich ein Stück
meines Weges begleitet."


"Ja, aber ...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht und nimmst reiß aus? Hast du denn keine Angst vor mir ?"


"Warum sollte ich vor dir davonlaufen ? Du weißt doch selbst nur zu gut,
dass du jeden Flüchtigen einholst. Man kann dir nicht entkommen.
Aber, was ich dich fragen möchte:
Warum siehst du so betrübt und mutlos aus ?"


"Ich ... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit klangloser Stimme.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.


"Traurig bist Du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.
"Erzähl mir doch, was dich so sehr bedrückt."


Und die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören?
Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.


"Ach, weißt du", begann die Traurigkeit zögernd, "es ist so,
dass mich einfach niemand mag. Niemand will mich.
Dabei ist es doch nun mal meine Bestimmung
unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber jedesmal wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück.
Sie fürchten sich vor mir und meiden mich."


Die Traurigkeit schluckte schwer.
"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich verstoßen wollen. Sie sagen:
Ach was, das Leben ist heiter und fangen an zu Lachen.
Aber ihr falsches erzwungenes Lachen
führt zu Magenkrämpfen. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht.
Und dann bekommen sie Herzschmerzen.
Sie sagen: Man muss sich zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen
in den Schultern und im Rücken, im ganzen Körper. Verkrampft sind sie.
Sie drücken die Tränen tief hinunter und haben Atemnot. Sie sagen:
Nur Schwächlinge weinen. Dabei sprengen
die aufgestauten Tränen fast ihre Köpfe. Manchmal können sie dadurch
nicht mal mehr Sprechen.
Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen,
damit sie nicht fühlen müssen."


Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.
"Und dabei will ich den Menschen doch nichts Böses, ich will ihnen doch nur helfen. Denn wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen und zu heilen. Weißt du, wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut, und manches Leid bricht dadurch immer wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh.

Aber nur wer mich zu sich läßt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden erst wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich Ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grellen Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit und ewiger Enttäuschung zu. Ich glaube, sie haben einfach nur unbändige Angst zu weinen und mich zu spüren.
Deshalb verjagen sie mich immer wieder."



Dann schwieg die Traurigkeit. Ihr Weinen war erst schwach,
dann stärker und schließlich ganz innig und verzweifelt
und die vielen kleinen Tränen tränkten
den staubigen, ausgedörrten Sandboden.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkenen Gestalt tröstend in die Arme.
Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte das zitternde Bündel. "Weine nur, kleine Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst.
Du sollst nicht mehr alleine wandern. Ich werde auch dich von nun an begleiten,
damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt."


Die Traurigkeit hörte zu weinen auf.
Sie sah zu ihrer neuen Gefährtin auf und betrachtete sie erstaunt:
"Aber ... aber, wer bist du eigentlich ?"
"Ich ...", sagte die kleine und zerbrechlich wirkende Frau und lächelte dabei
wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen, " ... bin die Hoffnung!



von melodie
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